Malteser Fausttheater Hamm


„Don Carlos”

Man(n) weiß (natürlich auch Frau), dass „Don Carlos“ ein Theaterstück von Schiller ist, sein durchaus berühmtestes vielleicht! Und Verdi machte eine Oper daraus, vermutlich neben Nabucco (sie wissen schon, die Oper mit dem Gefangenenchor, den jeder mitsummen oder mitsingen kann) auch seine bekannteste, jedenfalls seine intellektuellste.

Der Inhalt der Verdioper gefällt mir mehr als der Inhalt des Schillerschen
Theaters. Warum? Sie ist einfach aktionsreicher, greift tiefer in die Taschen von Emotionen und verirrt sich nicht mit hohen moralischen Sprüchen im Bewusstsein der Zuschauer, die schaudern sollen vor den Gewissenlosigkeiten mancher Protagonisten.

So musste, wie fast immer bei uns, ein anderer Text her, dem eine neue Interpretation zugrunde lag. Der Wunsch, Don Carlos zu spielen, war also nicht unbedingt meiner! Die Diskussion und die eigenständigen Ideen zu einer Interpretation über dieses Thema mit allen Mitgliedern des Ensembles brachte mir schließlich die Idee und den Funken eines Interesses und endlich auch Begeisterung  für eine Umsetzung in Text, in Theatertext! Dank an Peter!

Denn, und das ist für mich unbedingt wichtig: Mein Schreiben muss mich interessieren, am besten: begeistern! Dann kann es was werden!

Der Infant von Spanien, Don Carlos, reist über Aquitanien nach Spanien zurück, um die Prinzessin Elisabetta kennen zu lernen, von der der alle Welt spricht . . . schwärmt und Lieder singt! Wegen ihrer Schönheit! Man trifft aufeinander, man verliebt sich und man verspricht sich einander. Drei Jahre später trifft man sich wieder und zwar bei einer Audienz des Vaters von Don Carlos: König Phillip.

Etwas hat sich zwischenzeitlich getan. Elisabetta ist die Frau des spani-schen Königs geworden, allerdings gegen ihren Willen, weil der franz. König es so befahl. Der Eklat bleibt nicht aus. Das wäre an sich schon schlimm genug und somit spielenswert. Aber es pokern nun in diesem Spiel Menschen mit, die ausschließlich an ihrem Weiterkommen, an ihren eigenen Interessen feilen und die anderen ausschließlich benut-zen. Was nun kommt, ist voraussehbar: Eine Katastrophe.

von N. Hagen

Eine ausführliche Interpretation von "Don Carlos" finden Sie hier: Interpretation_DonCarlos.pdf (PDF, 73kb)

Nachfolgend noch einige Premierenfotos!