
„Denn sie wissen doch was sie tun!“
Der Titel des weltberühmten Films mit James Dean war natürlich etwas anders in der wörtlichen Formulierung: „Denn sie wissen nicht was sie tun!“ Gemeint war, dass die Jugend der fünfziger Jahre in ihrer Hilflosigkeit, von den verantwortlichen Erwachse-nen allein gelassen, mit ihren Gefühlen, mit ihren Problemen und mit ihren Aggres-sionen nicht wussten, was sie taten. Und sie taten Böses, weinten über die Folgen des Angestellten und man sollte ihnen vergeben, denn: „Sie wissen nicht was sie tun!“ Doch ihr Weinen verriet sie. – Und Jesus betete am Kreuz für seine Mörder und
Peiniger: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“ Reizt das Gute zum Bösen? Wenn es so war, waren sie nicht unschuldig! – Und was war mit den KZ-Folterern? War das zusätzliche Quälen vor dem sicheren Tod und die Verge-waltigungen, die stattgefunden haben ohne Wissen um das Böse passiert? Ihre Ausreden vor Gerichten verrieten sie. Sie wussten! – Und wie ist es mit den Amokläufern in der jüngsten Vergangenheit in der BRD? Ihr Selbstmord verrät sie. Das Verbleiben von Waffen in den Händen von Zivilen verrät auch etwas: Man will nicht dazu lernen!
In unserem neuen Theaterstück stellen wir dieses Wissen um das Böse, um das was anderen Schaden zufügt, das auch einen gesellschaftlichen Scherbenhaufen er-zeugt, in den Mittelpunkt des Bühnengeschehens. Das was dort passiert an Nega-tiven ist Fazit eines bewussten Nachdenkens und der sich daraus ergebenen Entscheidung und Handelns. Hier wird niemand hineingezogen gegen seinen Willen, Entziehen und Aussteigen sind möglich. Hier! Das ist natürlich nicht immer möglich.
Unser Darsteller des Mefistos wurde in einem Interview im Publik-Forum nach Einzelheiten seiner Drogenkarriere gefragt und er sagte u. a. von sich: „Ich war der falsche Freund!“ Er wusste bereits damals, dass er der falsche Freund für einige war. Wie Mefisto der falsche Freund für Faustus war.
Da und in unseren Gedanken geht es nicht um Bestrafung, um Gleichziehung mit dem bösen Geschehen. Es geht um Erkennen, um Bereuen und um den guten Vorsatz! Ganz nah bei dem jungen Martin Luther.
Auch in diesem neuen Theaterstück bleiben wir unserer Grundidee treu, unser „roter Faden“, der sich in allen unseren bisherigen Theaterinhalten widerspiegelte: Die Auseinandersetzung von Menschen in ihren Entscheidungen zwischen Gut und Böse. Mefisto in seinem Prolog sagt es: „Ich bin der Teil in dir, den du sehr gut als böse kennst, der ständig kämpft mit dir und deiner guten Seite.“




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